Reh im Wald

Reh, Rehbock, Ricke, Kitz: Wer ist wer beim Reh?

Kaum ein heimisches Wildtier ist so bekannt wie das Reh, und kaum eines wird sprachlich so oft durcheinandergebracht. Ist der Rehbock der Mann vom Hirsch? Und wie heißt das Weibchen richtig? Hier bringst du Ordnung ins Reh-Vokabular.

Ein Tier, viele Namen

Zuerst das wichtigste Missverständnis aus dem Weg: Das Reh ist keine kleine Ausgabe des Hirsches. Reh und Rothirsch sind zwei verschiedene Arten. Das Reh (Capreolus capreolus) ist deutlich kleiner und gehört zu einer eigenen Gattung. Innerhalb der Rehe unterscheidet die Jägersprache nach Geschlecht und Alter.

Rehbock, Ricke und Kitz im Überblick

Der Rehbock ist das männliche Reh. Er trägt ein Gehörn, das er jedes Jahr abwirft und neu schiebt. Die Ricke, auch Rehgeiß genannt, ist das weibliche Reh und trägt kein Gehörn. Das Kitz ist das Jungtier im ersten Lebensjahr, gut zu erkennen am typisch gefleckten Fell.

Begriff Bedeutung Woran erkennbar
Rehbock männliches Reh Gehörn
Ricke / Rehgeiß weibliches Reh kein Gehörn, oft mit Kitz
Kitz Jungtier im 1. Jahr geflecktes Fell

Warum du ein Kitz im Gras niemals anfassen darfst

Rehkitze kommen im Mai und Juni zur Welt. In den ersten Wochen drücken sie sich regungslos ins hohe Gras, das ist ihr Schutz vor Feinden. Findest du ein Kitz, gilt: nur schauen, nicht anfassen.

Wichtig: Menschlicher Geruch kann dazu führen, dass die Ricke ihr Junges nicht mehr annimmt. Besonders zur Mahd im Frühsommer sind Kitze gefährdet. Hier helfen Landwirte und Jäger mit Drohnen und dem Absuchen der Wiesen vor dem Mähen.

Das Reh fürs Klassenzimmer und den Lehrpfad

Wer die Unterschiede zwischen Bock, Ricke und Kitz sichtbar machen will, stellt sie am besten nebeneinander. In Lebensgröße wird sofort klar, wie ähnlich und doch verschieden die drei sind.

Kurz zusammengefasst

  • Reh und Hirsch sind verschiedene Arten, nicht groß und klein derselben Art
  • Rehbock: männlich, mit Gehörn
  • Ricke oder Rehgeiß: weiblich, ohne Gehörn
  • Kitz: Jungtier mit geflecktem Fell
  • Kitz im Gras: nur schauen, nie anfassen
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